Daoismus und andere Religionen


Nach Wahrheit und Ewigkeit zu streben ist wie der Aufstieg zu einem Gipfel eines hohen Berges. Der Gipfel symbolisiert die Nähe zum Himmel, zum Unendlichen, zur Ewigkeit. Diesen zu erreichen haben die meisten Religionen und andere Glaubensrichtungen als Ziel. Reduziert man die verschiedenen Religionen bis auf ihren Kern und ihr Ziel runter, wird man schnell viele Parallelen und Ähnlichkeiten feststellen.

Wie auch bei einem Aufstieg zum Gipfel eines Berges gibt es viele Wege dort hinauf. Größere Wege, kleine Pfade, sichere und unsichere Wege. Jeder Mensch wählt nach seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten seinen persönlichen Weg. Je höher man jedoch kommt, umso ähnlicher und weniger werden die Wege, desto weniger Wege stehen zur Verfügung. Bishin zum Gipfel, auf dem sich alle Wege in einem Punkt vereinen. Der Daoismus sieht alle Wege als Teil des Berges, alle Religionen als Teil des großen Ziels. Daoismus sieht keine der Glaubensrichtungen als Konkurrenz, fremde oder ungläubige Wege. Alle sind Weggefährten einer menschlichen Gemeinschaft bestehend aus verschiedenen Familien mit unterschiedlicher Herkunft, die alle das gleiche Ziel verfolgen. Wie bei einem realen Berg führen jedoch nicht alles Wege bis hinauf zur Spitze. Einige der Wege bilden eine Sackgasse, enden auf der Mitte oder auf einem anderen Stück auf dem Weg zum Gipfel. So wie sich auch einige Glaubensrichtungen nur eine Zeit bewährt haben, sich aber nicht durchsetzen konnten. Viele der Wege sind auch nicht direkt, bilden Umwege, und sie kosten viel Zeit und Mühe, um zum Gipfel zu gelangen. Vielleicht muss man auf ihnen ein paar Mal um den Berg herum wandern, um höher zu kommen. Daoismus sucht immer den kürzesten und direktesten Weg zum Gipfel, um die Ewigkeit zu erreichen ohne dabei andere Wege zu stören. Dadurch dass der Weg steiler und der Gipfel auf diesem Weg vielleicht schwerer zu erreichen ist braucht es genügend körperliche und geistige Ressourcen, um diesen Weg erfolgreich zu bewältigen. Oft kreuzen sich die Wege an einem Berg und die Wanderer können durch die gemachten Erfahrungen auf ihren Wegen voneinander von einander profitieren oder sogar zusammen gehen. Am Gipfel treffen sich eh alle wieder.

 

 

Daoismus im Leben und nach dem Tod


Das Ziel des Daoismus liegt in der Verwirklichung  der Gegenwart. Das Diesseits ist der Spielraum der daoistischen Theorie. Alles, was die Menschen in diesem  Leben machen, soll dazu dienen möglichst lange zu leben. Die Umsetzung dieses Weges wird in drei Stufen eingeteilt, die gleichzeitig auch die Grundsäulen des Daoismus sind: Gesundheit, Weisheit und Ewigkeit. Hat man der Reihenfolge nach eine Stufe erreicht und verstanden, kann man zur nächsten Stufe aufsteigen und gewinnt Einblicke in sie. Die Grenzen der Stufen sind nicht starr, sondern gehen fließend ineinander über. Am Anfang steht die körperliche Gesundheit. Nur wer körperlich gesund ist, kann ein zufriedenes und langes Leben führen. Nur wer körperlich gesund ist, kann frei denken und die Zusammenhänge der Natur und ihrer Gesetze, sowie andere Menschen, andere Sozialsysteme und Entwicklungen sehen, verstehen und ihre Grundlage erkennen. Körperliche Stabilität und Gesundheit wirkt sich stark auf die kognitiven Fähigkeiten der Menschen aus. Ein organisch gesunder Mensch hat einen viel höheren Denkhorizont, weil ihm mehr Energie für das Gehirn zur Verfügung steht.

Indem man stetig lernt und übt, erlangt man mit Hilfe der Gesundheit irgendwann Weisheit, versteht die Natur und die Zusammenhänge zwischen den Energieebenen. Weisheit sehen Daoisten nicht gleich mit Intelligenz oder Klugheit. Weisheit ist die Fähigkeit innerhalb einer Einheit alle Systeme mit in einen Denk- und Handlungsvorgang mit einzubeziehen. Ganzheitliches, flächiges Denken quasi.

Gesundheit und Weisheit zusammen ergeben den Weg zur Ewigkeit. Das größte Ziel des Daoismus ist es, ein möglichst langes Leben zu führen.

Der Daoismus meint, der Tod ist ein Teil der Natur. Der Tod ist die Auslese der guten und starken Gene. Alle schwachen, kranken und schlechten Gene werden aussortiert, um eine Art zu erhalten und sie weiterzuentwickeln. Man kennt diese Theorie auch als natürlich Auslese. Daoisten versuchen aber durch den o. g. Weg diese Auslese durch Änderung ihres selbst positiv zu beeinflussen. Über den Tod zu reden, bzw. was danach passiert, ist nicht Schwerpunkt des Daoismus. Die daoistische Theorie bedient sich der Mittel der Beweise um seine Theorie zu festigen. Für die Zeit nach dem Tod gibt es weder hinreichende Erfahrungen noch wissenschaftliche Beweise.

Die einzige nicht direkt beweisbare Sache im Daoismus ist die „Geister-Theorie“. Der Körper eines Lebewesens kann sterben. Sein Geist aber bleibt und übt weiterhin positiv oder negativ Einfluss auf die Umgebung und andere Geister aus. Geister können je nach Qualität und Energiepotential aufsteigen und ganze Ebenen oder nur Stufen überspringen oder in die umgekehrte Richtung absteigen. Überspringt ein Geist eine Ebene manifestiert sich der Geist eines Tieres im begleitenden Geist eines Menschen. Überspringt ein Geist eine Stufe, wird der Geist eines Bettlers vielleicht der Geist eines reichen Menschen. Genauso gut  kann ein Geist aber auch absteigen und das Gegenteil erreichen. Egal, ob er ab- oder aufsteigt, beeinflusst der Geist andere Körper-Geist-Verbindungen. Ob positiv oder negativ, hängt von der Beschaffenheit der beiden Seiten ab. Steigt ein Geist in eine übermenschliche Welt auf, kann er Dinge erreichen, die wir nicht benennen können. Die Theorie bei niederen Energiestufen ist genau benennbar. Von höheren Stufen als der eigenen weiß man nichts.

Nach der Auffassung des Daoismus soll man sein eigenes Leben und die Dinge, die man besitzt wie einen „Schatz“ pflegen. Man soll beispielsweise nicht alle fünf Jahre ein neues Auto kaufen, obwohl das alte noch funktioniert. Lieber soll man seinen alten Wagen pflegen und ihn möglichst lange fahren, bis er seine Funktionstüchtigkeit verliert. Die Natur lässt auch keine Art einfach aussterben, nur weil sie ihr nicht mehr gefällt. Als Mensch soll man nicht verschwenderisch leben, sondern sich der Dinge bewusst sein, die man hat, und mit ihnen sparsam umgehen.

Nach der Lehre des Daoismus soll jeder Mensch zunächst schnell einen guten Lehrer finden, der ihm die Natur, den Weg und die vielen anderen notwendigen Dinge des Lebens erklärt. Nur so kann man sein Schicksal positiv verändern. Denn jeder ist für seine Entwicklung und den Ausgang seines Lebens selbst verantwortlich.

 

 

Wissenschaftliche Theorie

 

Die wissenschaftliche Theorie ist eng mit der Glaubenstheorie des Daoismus verbunden. Die Glaubenstheorie ist die Grundlage der chinesischen Medizin-Theorie und der politisch-geschichtlichen Entwicklung des Daoismus während der Kaiserzeit in China. Die Glaubenstheorie wird somit zur Grundlage der Wissenschaft. Eine grundsätzliche Annahme/Theorie wird durch Experiemente und Versuche nachvollzogen und bewiesen, und wird somit zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Im Konfuzianismus, der eng mit dem Daoismus verwandt ist, gibt es im Gegensatz zum Daoismus keine wissenschaftliche Anwendung der Theorie. Im Konfuzianismus wird die theoretische Grundlage nur für moralische Zwecke benutzt, nicht für wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungen. (Beispiel: Mit der Theorie des Daoismus (auch Grundlage des Feng Shui) kann man statisch und handwerklich einwandfreie Häuser bauen. Mit der Traditionellen Chinesischen Medizin, die auch den Daoismus als Grundlage hat, kann man Krankheiten heilen und vorbeugen. Diese Anwendungen gibt es im Konfuzianismus nicht.) Hier werden lediglich Regeln aufgestellt, die z. B. die Moral und das Verhalten der Menschen in der Gesellschaft betreffen.

 

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